Wenn schon alle Vögel schweigen

In des Sommers schwülem Drang,

Sieht man, Lerche, dich noch steigen

Himmelwärts mit frischem Klang.

 

Wenn die Bäume all verzagen

Und die Farben rings verblühn,

Tannbaum, deine Kronen ragen

Aus der Öde ewiggrün.

 

Darum halt nur fest die Treue,

Wird die Welt auch alt und bang,

Brich den Frühling an aufs neue,

Wunder tut ein rechter Klang!


Das Gedicht "Treue (1)" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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