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Prinz Roccocco


Prinz Roccocco, hast dir Gassen

Abgezirkelt fein von Bäumen

Und die Bäume scheren lassen,

Daß sie nicht vom Wald mehr träumen.

 

Wo sonst nur gemein Gefieder

Ließ sein bäurisch Lied erschallen,

Muß ein Papagei jetzt bieder:

»Vivat Prinz Roccocco!« lallen.

 

Quellen, die sich unterfingen,

Durch die Waldesnacht zu tosen,

Läßt du als Fontänen springen

Und mit goldnen Bällen kosen.

 

Und bei ihrem sanften Rauschen

Geht Damöt bebändert flöten

Und in Rosenhecken lauschen

Daphnen fromm entzückt Damöten.

 

Prinz Roccocco, Prinz Roccocco,

Laß dir raten, sei nicht dumm!

In den Bäumen, wie in Träumen,

Gehen Frühlingsstimmen um.

 

Springbrunn in dem Marmorbecken

Singt ein wunderbares Lied,

Deine Taxusbäume recken

Sehnend sich aus Reih und Glied.

 

Daphne will nicht weiter schweifen

Und Damöt erschrocken schmält,

Können beide nicht begreifen,

Was sich da der Wald erzählt.

 

Laß die Wälder ungeschoren,

Anders rauscht′s, als du gedacht

Sie sind mit dem Lenz verschworen,

Und der Lenz kommt über Nacht.



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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