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Nachtzauber


Hörst du nicht die Quellen gehen

Zwischen Stein und Blumen weit

Nach den stillen Waldesseen,

Wo die Marmorbilder stehen

In der schönen Einsamkeit?

Von den Bergen sacht hernieder,

Weckend die uralten Lieder,

Steigt die wunderbare Nacht,

Und die Gründe glänzen wieder,

Wie dus oft im Traum gedacht.

 

Kennst die Blume du, entsprossen

In dem mondbeglänzten Grund?

Aus der Knospe, halb erschlossen,

Junge Glieder blühend sprossen,

Weiße Arme, roter Mund,

Und die Nachtigallen schlagen,

Und rings hebt es an zu klagen,

Ach, vor Liebe todeswund,

Von versunknen schönen Tagen -

Komm, o komm zum stillen Grund!



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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