Du liebe, treue Laute,
Wie manche Sommernacht,
Bis daß der Morgen graute,
Hab′ ich mit dir durchwacht!
Die Täler, wieder nachten,
Schon sinkt das Abendrot,
Doch die sonst mit uns wachten,
Die liegen lange tot.
Was wollen wir nun singen
Hier in der Einsamkeit,
Wenn alle von uns gingen,
Die unser Lied erfreut′?
Wir wollen dennoch singen!
So still ist′s auf der Welt;
Wer weiß, die Lieder dringen
Vielleicht zum Sternezelt.
Wer weiß, die da gestorben,
Sie hören droben mich
Und öffnen leis′ die Pforten
Und nehmen uns zu sich.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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