Es ist von Klang und Düften

Ein wunderbarer Ort,

Umrankt von stillen Klüften,

Wir alle spielten dort.

 

Wir alle sind verirret,

Seitdem so weit hinaus

Unkraut die Welt verwirret,

Findt keiner mehr nach Haus.

 

Doch manchmal tauchts aus Träumen,

Als läg es weit im Meer,

Und früh noch in den Bäumen

Rauschts wie ein Grüßen her.

 

Ich hört den Gruß verfliegen,

Ich folgt ihm über Land,

Und hatte mich verstiegen

Auf hoher Felsenswand.

 

Mein Herz ward mir so munter,

Weit hinten alle Not,

Als ginge jenseits unter

Die Welt in Morgenrot.

 

Der Wind spielt′ in den Locken,

Da blitzt′ es drunten weit,

Und ich erkannt erschrocken

Die alte Einsamkeit.

 

Nun jeden Morgenschimmer

Steig ich ins Blütenmeer,

Bis ich Glückselger nimmer

Von dorten wiederkehr.


Das Gedicht "Eldorado" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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