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Der Riese


Es saß ein Mann gefangen

Auf einem hohen Turm,

Die Wetterfähnlein klangen

Gar seltsam in den Sturm.

 

Und draußen hört′ er ringen

Verworrner Ströme Gang,

Dazwischen Vöglein singen

Und heller Waffen Klang.

 

Ein Liedlein scholl gar lustig:

Heisa, solang Gott will!

Und wilder Menge Tosen;

Dann wieder totenstill.

 

So tausend Stimmen irren,

Wie Wind′ im Meere gehn,

Sich teilen und verwirren,

Er konnte nichts verstehn.

 

Doch spürt′ er, wer ihn grüße,

Mit Schaudern und mit Lust,

Es rührt′ ihm wie ein Riese

Das Leben an die Brust.



(* 10.03.1788, † 26.11.1857)




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