Hier unter dieser Linde

Saß ich viel tausendmal

Und schaut nach meinem Kinde

Hinunter in das Tal,

Bis daß die Sterne standen

Hell über ihrem Haus,

Und weit in den stillen Landen

Alle Lichter löschten aus.

 

Jetzt neben meinem Liebchen

Sitz ich im Schatten kühl,

Sie wiegt ein muntres Bübchen,

Die Täler schimmern schwül,

Und unten im leisen Winde

Regt sich das Kornfeld kaum,

Und über uns säuselt die Linde -

Es ist mir noch wie ein Traum.


Das Gedicht "Der junge Ehemann" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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