Schaust Du mich aus Deinen Augen

lächelnd wie aus Himmeln an,

fühl′ ich wohl, daß keine Lippe

solche Sprache führen kann.

 

Könnte sie′s auch wörtlich sagen

was dem Herzen tief entquillt,

still den Augen aufgetragen

wird es süßer nur erfüllt.

 

Und ich seh′ des Himmels Quelle,

die mir lang verschlossen war,

wie sie bricht in reinster Helle

aus dem reinsten Augenpaar.

 

Und ich öffne still im Herzen

alles, alles diesem Blick.

Und den Abgrund meiner Schmerzen

füllt er strömend aus mit Glück.


Das Gedicht "Der Blick" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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