Vom Grund bis zu den Gipfeln,

Soweit man sehen kann,

Jetzt blühts in allen Wipfeln,

Nun geht das Wandern an:

 

Die Quellen von den Klüften,

Die Ström auf grünem Plan,

Die Lerchen hoch in Lüften,

Der Dichter frisch voran.

 

Und die im Tal verderben

In trüber Sorgen Haft,

Er möcht sie alle werben

Zu dieser Wanderschaft.

 

Und von den Bergen nieder

Erschallt sein Lied ins Tal,

Und die zerstreuten Brüder

Faßt Heimweh allzumal.

 

Da wird die Welt so munter

Und nimmt die Reiseschuh,

Sein Liebchen mitten drunter

Die nickt ihm heimlich zu.

 

Und über Felsenwände

Und auf dem grünen Plan

Das wirrt und jauchzt ohn Ende -

Nun geht das Wandern an!


Das Gedicht "Allgemeines Wandern" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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