Wie kommt′s, daß du so traurig bist,

Da alles froh erscheint?

Man sieht dir′s an den Augen an,

Gewiß, du hast geweint.

 

"Und hab′ ich einsam auch geweint,

So ist′s mein eigner Schmerz,

Und Tränen fließen gar so süß,

Erleichtern mir das Herz."

 

Die frohen Freunde laden dich,

O komm′ an unsre Brust!

Und was du auch verloren hast,

Vertraue den Verlust.

 

"Ihr lärmt und rauscht und ahnet nicht,

Was mich, den Armen, quält.

Ach nein, verloren hab′ ich′s nicht,

Sosehr es mir auch fehlt."

 

So raffe denn dich eilig auf,

Du bist ein junges Blut.

In deinen Jahren hat man Kraft

Und zum Erwerben Mut.

 

"Ach nein, erwerben kann ich′s nicht,

Es steht mir gar zu fern.

Es weilt so hoch, es blinkt so schön,

Wie droben jener Stern."

 

Die Sterne, die begehrt man nicht,

Man freut sich ihrer Pracht,

Und mit Entzücken blickt man auf

In jeder heitern Nacht.

 

"Und mit Entzücken blick ich auf,

So manchen lieben Tag;

Verweinen laßt die Nächte mich,

Solang ich weinen mag."

 

So raffe denn dich eilig auf,

Du bist ein junges Blut.

In deinen Jahren hat man Kraft

Und zum Erwerben Mut.

 

"Ach nein, erwerben kann ich′s nicht,

Es steht mir gar zu fern.

Es weilt so hoch, es blinkt so schön,

Wie droben jener Stern."

 

Die Sterne, die begehrt man nicht,

Man freut sich ihrer Pracht,

Und mit Entzücken blickt man auf

In jeder heitern Nacht.

 

"Und mit Entzücken blick ich auf,

So manchen lieben Tag;

Verweinen laßt die Nächte mich,

Solang ich weinen mag."


Das Gedicht "Trost in Tränen" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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