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Der Rosenkranz


An des Beetes Umbuschung

brach sie Rosen zum Kranz,

feurig prangte die Mischung

rings im tauigen Glanz.

Ros’ auf Ros’ in das Körbchen sank,

purpurrot und wie Silber blank.

 

Zwar den Grazien heilig,

sang sie, blühet ihr dort,

warum aber so eilig abgeblüht und verdorrt.

Die so eben geöffnet stehn,

werden bald in dem Winde wehn.

 

Du rotstreifiges Knöpfchen

zitternd schaust du dein Grab,

und ein perlendes Tröpfchen

hängt als Träne herab.

Bleib, du sollst in dem Sonnenschein

dich des flüchtigen Lebens freun.

 

Mit tiefsinniger Säumniß

flocht das Mädchen den Kranz,

in der Laube Geheimnis

Lieb’ und Zärtlichkeit ganz.

Als auf’s Haupt sie das Kränzchen nahm,

wohl mir Seligen,

wohl mir, daß ich kam.



(* 20.02.1751, † 29.03.1826)




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