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Der Jüngling in der Landschaft


Die Gärtner legten ihre Beete frei,

Und viele Bettler waren überall

Mit schwarzverbundnen Augen und mit Krücken

Doch auch mit Harfen und den neuen Blumen,

Dem starken Duft der schwachen Frühlingsblumen.

 

Die nackten Bäume ließen alles frei:

Man sah den Fluß hinab und sah den Markt,

Und viele Kinder spielen längs den Teichen.

Durch diese Landschaft ging er langsam hin

Und fühlte ihre Macht und wußte - daß

Auf ihn die Weltgeschicke sich bezogen.

 

Auf jene fremden Kinder ging er zu

Und war bereit, an unbekannter Schwelle

Ein neues Leben dienend hinzubringen.

Ihm fiel nicht ein, den Reichtum seiner Seele,

Die frühern Wege und Erinnerung

Verschlungner Finger und getauschter Seelen

Für mehr als nichtigen Besitz zu achten.

 

Der Duft der Blumen redet ihm nur

Von fremder Schönheit - und die neue Luft

Nahm er stillatmend ein, doch ohne Sehnsucht:

Nur daß er dienen durfte, freute ihn.



(* 01.02.1874, † 15.07.1929)




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