O wie ist es kalt geworden

Und so traurig, öd′ und leer!

Rauhe Winde weh′n von Norden

Und die Sonne scheint nicht mehr.

 

Auf die Berge möcht′ ich fliegen,

Möchte seh′n ein grünes Thal,

Möcht′ in Gras und Blumen liegen

Und mich freu′n am Sonnenstrahl;

 

Möchte hören die Schalmeien

Und der Heerden Glockenklang,

Möchte freuen mich im Freien

An der Vögel süßem Sang.

 

Schöner Frühling, komm doch wieder,

Lieber Frühling, komm doch bald,

Bring′ uns Blumen, Laub und Lieder,

Schmücke wieder Feld und Wald!

 

Ja, du bist uns treu geblieben,

Kommst nun bald in Pracht und Glanz,

Bringst nun bald all deinen Lieben

Sang und Freude, Spiel und Tanz.


Das Gedicht "Sehnsucht nach dem Frühling" stammt von (* 1798-04-02, † 1874-01-19).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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