Heute wollen wir ein Liedlein singen,

Trinken wollen wir den kühlen Wein,

Und die Gläser sollen dazu klingen,

Denn es muß, es muß geschieden sein;

Gib mir deine Hand,

Deine weiße Hand,

Leb wohl, mein Schatz, leb wohl,

Denn wir fahren gegen Engelland.

 

Unsre Flagge und die wehet auf dem Maste,

Sie verkündet unsres Reiches Macht,

Denn wir wollen es nicht länger leiden,

Daß der Englischmann darüber lacht;

Gib mir deine Hand,

Deine weiße Hand,

Leb wohl, mein Schatz, leb wohl,

Denn wir fahren gegen Engelland.

 

Kommt die Kunde, daß ich bin gefallen,

Daß ich schlafe in der Meeresflut,

Weine nicht um mich, mein Schatz, und denke,

Für das Vaterland da floß sein Blut;

Gib mir deine Hand,

Deine weiße Hand,

Leb wohl, mein Schatz, leb wohl,

Denn wir fahren gegen Engelland.


Das Gedicht "Matrosenlied" stammt von (* 1866-08-29, † 1914-09-26).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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