Tief im Winter hör′ ich′s gerne,

Eh′ die Sonn′ hervorgewallt,

Wie durchs Dunkel aus der Ferne

Eine Morgenglocke schallt.

 

Im August, wenn Donner rollen,

Freut mich′s wie die Windfahn′ ächzt,

Und im Herbst, wenn auf den Schollen

Abends spät ein Rabe krächzt.

 

Doch was kann mein Herz erweitern

Wie der erste Finkenschlag,

Wie der Lerche Lied am heitern,

Wundervollen Frühlingstag?


Das Gedicht "Frühlingsmorgen" stammt von (* 1820-01-22, † 1905-06-18).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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