I

 

Sîn hiez mir nie widersagen

unde warp iedoch

unde wirbet noch hiute ûf den schaden mîn.

des enmac ich langer niht verdagen,

wan si wil ie noch

elliu lant behern und sîn ein rouberîn.

Daz machent alle ir tugende und ir schoene, die mengem man tuont wê.

der sî an siht,

der muoz ir gevangen sîn

und in sorgen leben iemer mê.

 

II

 

In den dingen ich ir dienstman

und ir eigen was dô,

dô ich sî dur triuwe und dur guot an sach,

dô kam si mit ir minnen an

und vienc mich alsô,

dô si mich wol gruozte und wider mich sô sprach.

Des bin ich an vröiden siech und an herzen sêre wunt;

und ir ougen klâr

diu hânt mich beroubet gar

und ir rôsevarwer rôter munt.


Das Gedicht "IX. Sîn hiez mir nie widersagen" stammt von   (1149 - 1221).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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