In weiter Heide auf den Hügelwellen
vom Meer der Vorzeit dünend aufgeschlagen,
liegt einer der granitenen Gesellen,
die einst der Gletscher Strom ins Land getragen.
Und ob der Himmel ihn mit Schloßen schlägt,
die Sonne brennt, ein Schneewall ihn ummauert,
oder ein Waldbrand heulend ihn umfegt,
er liegt und ruht, schweigsam und stolz, und dauert.
Doch als ich gestern nächtlich vor ihm stand,
schien er mir in der Sterne fahlem Licht
verwandelt, dieser tote Klumpen Sand
in Gottes gramdurchrißnes Angesicht.
Das Gedicht "Der Findlingsblock" stammt von Gustav Sack (1885 - 1916).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte