Nun fallen leise die Blüten ab,

Und die jungen Früchte schwellen.

Lächelnd steigt der Frühling ins Grab

Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,

Dem starken, braunen Gesellen.

 

König Sommer bereist sein Land

Bis an die fernsten Grenzen,

Die Ähren küssen ihm das Gewand,

Er segnet sie alle mit reicher Hand,

Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

 

Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,

Ein sattes Genügen, Genießen,

Und jedes fühlt sich im innersten Kern

So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,

Und des Lebens Quellen fließen.

 

König Sommer auf rotem Roß

Hält auf der Mittagsheide,

Müdigkeit ihn überfloß,

Er träumt von einem weißen Schloß

Und einem König in weißem Kleide.


Das Gedicht "König Sommer" stammt von   (1853 - 1916).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte