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König Sommer


Nun fallen leise die Blüten ab,

Und die jungen Früchte schwellen.

Lächelnd steigt der Frühling ins Grab

Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,

Dem starken, braunen Gesellen.

 

König Sommer bereist sein Land

Bis an die fernsten Grenzen,

Die Ähren küssen ihm das Gewand,

Er segnet sie alle mit reicher Hand,

Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

 

Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,

Ein sattes Genügen, Genießen,

Und jedes fühlt sich im innersten Kern

So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,

Und des Lebens Quellen fließen.

 

König Sommer auf rotem Roß

Hält auf der Mittagsheide,

Müdigkeit ihn überfloß,

Er träumt von einem weißen Schloß

Und einem König in weißem Kleide.



(* 11.01.1853, † 08.02.1916)




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