Fenster, bunte Blumenbeeten,

eine Ogel spielt herein.

Schatten tanzen an Tapeten,

Wunderlich ein toller Reihn.

 

Lichterloh die Büsche wehen

Und ein Schwarm von Mücken schwingt

Fern im Acker Sensen mähen

Und ein altes Wasser singt.

 

Wessen Atem kommt mich kosen?

Schwalben irre Zeichen ziehn.

Leise fließt im Grenzenlosen

Dort das goldne Waldland hin.

 

Flammen flackern in den Beeten.

Wirr verzuckt der tolle Reihn

An den gelblichen Tapeten.

Jemand schaut zur Tür herein.

 

Weihrauch duftet süß und Birne

Und es dämmern Glas und Truh.

Langsam beugt die heiße Stirne

Sich den weißen Sternen zu.


Das Gedicht "In einem verlassenen Zimmer" stammt von (* 1887-02-03, † 1914-11-03).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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