Die bunten Bilder, die das Leben malt

Seh′ ich umdüstert nur von Dämmerungen,

Wie kraus verzerrte Schatten, trüb und kalt,

Die kaum geboren schon der Tod bezwungen.

 

Und da von jedem Ding die Maske fiel,

Seh′ ich nur Angst, Verzweiflung, Schmach und Seuchen,

Der Menschheit heldenloses Trauerspiel,

Ein schlechtes Stück, gespielt auf Gräbern, Leichen.

 

Mich ekelt dieses wüste Traumgesicht.

Doch will ein Machtgebot, daß ich verweile,

Ein Komödiant, der seine Rolle spricht,

Gezwungen, voll Verzweiflung - Langeweile!

 


Das Gedicht "Confiteor" stammt von (* 1887-02-03, † 1914-11-03).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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