Ein Narre schrieb drei Zeichen in Sand,

Eine bleiche Magd da vor ihm stand.

Laut sang, o sang das Meer.

 

Sie hielt einen Becher in der Hand,

Der schimmerte bis auf zum Rand,

Wie Blut so rot und schwer.

 

Kein Wort ward gesprochen - die Sonne schwand,

Da nahm der Narre aus ihrer Hand

Den Becher und trank ihn leer.

 

Da löschte sein Licht in ihrer Hand,

Der Wind verwehte drei Zeichen im Sand -

Laut sang, o sang das Meer.


Das Gedicht "Ballade (Ein Narre schrieb drei Zeichen in Sand)" stammt von (* 1887-02-03, † 1914-11-03).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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