Wo ist der Ort, an dem du weilst?

An diesem Orte will ich sterben.

Kein andrer Port auf wildem Meer;

In diesem Porte will ich sterben.

 

Es läßt Karun von seinem Gold,

Der Reiche nicht von seinem Horte;

Wo wäre mir ein Hort, wie du?

Bei diesem Horte will ich sterben.

 

Und wenn du dich vor mir verbirgst,

Und wenn du deine Pforte schließest,

An dieser Pforte lager′ ich,

An dieser Pforte will ich sterben.

 

Das letzte Wort aus meinem Mund,

Was wird es sein? Dein süßer Name.

Wie fiele mir ein andres ein?

Mit diesem Worte will ich sterben.

 


Das Gedicht "Wo ist der Ort, an dem du weilst?" stammt von (* 1800-03-05, † 1875-12-14).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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