Du sagst uns güldne Berge zu,

Und leistest nichts, und darfst dies Geben nennen:

So wirst du heute mir vergönnen,

Freigebiger zu sein, als du.

Ich schenke dir, so mancher Wahrheit wegen;

Ich schenke dir, Hyperbolus:

In deinen Bücherschatz den ganzen Livius;

In deinen Waffensaal des großen Rolands Degen;

Zehn Stück, ins Cabinet, von Rubens freier Hand;

Ein ächtes Phönixnest, die Beute ferner Reisen:

Für dein Gemahl Pitts großen Diamant;

Für deinen ersten Sohn den Wasserstein der Weisen;

Und alles, was du sonst, dich zu bereichern, liebst:

Herr, das empfange, wie du gibst.


Das Gedicht "An Hyperbolus" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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