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An Hygin, einen gesunden Alten


Hygin, du bist von sechzig Jahren,

Und nur im Kränkeln unerfahren.

Das Podagra, der Krampf, die Gicht

Verbittern dir den Steinwein nicht.

Dich kann kein Arzt zu Elixiren,

Zum Lebensöl, zum Salz verführen:

Macht er dir Aphorismos kund,

So lachst du, bist und bleibst gesund.

Ein andrer zähle seine Tage,

Und rechne nicht die Zeit der Plage,

Noch was vom Leben überhaupt

Schmerz, Krankheit oder Kummer raubt;

So scheinen ihm die Jahre minder:

Wir heißen alt, und sind noch Kinder.

Dem, der mir Nestors Dauer preist,

Und Priams Alter trefflich heißt,

Dem werd′ ich nimmer Beifall geben:

Nur die Gesundheit ist das Leben.



(* 23.04.1708, † 28.10.1754)




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