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Völkerhaß


Durch Zäune trennt man Herden auf der Weide,

Nach Grenzen, die durch Herrschermacht sich ändern,

Nach Ursprung, Sitten, Sprachen und Gewändern

Zieht man der Menschheit bunte Völkerscheide.

 

Doch Gott will nicht, daß Volk und Volk sich meide:

Das Meer bis zu des Erdballs fernsten Rändern

Wogt als Vermittler zwischen allen Ländern,

Es trennt zwei Welten und vereinigt beide.

 

Allein der Vorurtheile tiefe Kluft

Trennt Volk von Volk. Wie Gras auf beiden Seiten

Wuchert die Thorheit, die das Fremde meidet.

 

Doch hohe Bäume ragen durch die Luft,

Die Zweig′ und Krone sich entgegenbreiten

Der Kluft nicht achtend, die die Wurzeln scheidet.



(* 22.04.1819, † 18.04.1892)




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