Ach, aus dieses Tales Gründen,

Die der kalte Nebel drückt,

Könnt ich doch den Ausgang finden,

Ach wie fühlt ich mich beglückt!

Dort erblick ich schöne Hügel,

Ewig jung und ewig grün!

Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,

Nach den Hügeln zög ich hin.

 

Harmonien hör ich klingen,

Töne süßer Himmelsruh,

Und die leichten Winde bringen

Mir der Düfte Balsam zu,

Goldne Früchte seh ich glühen,

Winkend zwischen dunkelm Laub,

Und die Blumen, die dort blühen,

Werden keines Winters Raub.

 

Ach wie schön muß sichs ergehen

Dort im ewgen Sonnenschein,

Und die Luft auf jenen Höhen,

O wie labend muß sie sein!

Doch mir wehrt des Stromes Toben,

Der ergrimmt dazwischen braust,

Seine Wellen sind gehoben,

Daß die Seele mir ergraust.

 

Einen Nachen seh ich schwanken,

Aber ach! der Fährmann fehlt.

Frisch hinein und ohne Wanken,

Seine Segel sind beseelt.

Du mußt glauben, du mußt wagen,

Denn die Götter leihn kein Pfand,

Nur ein Wunder kann dich tragen

In das schöne Wunderland.


Das Gedicht "Sehnsucht" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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