Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein. -

Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

 

Nun stehst du starr,

Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!

Was bist Du Narr

Vor Winters in die Welt entflohn?

 

Die Welt - ein Tor

Zu tausend Wüsten stumm und kalt!

Wer das verlor,

Was du verlorst, macht nirgends halt.

 

Nun stehst du bleich,

Zur Winter-Wanderschaft verflucht,

Dem Rauche gleich,

Der stets nach kältern Himmeln sucht.

 

Flieg, Vogel, schnarr

Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -

Versteck, du Narr,

Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

 

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein. -

Weh dem, der keine Heimat hat.


Das Gedicht "Vereinsamt" stammt von (* 1844-10-15, † 1900-08-25).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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