Unterm Baum im Sonnenstrahle

Liegt ein rotes, träges Kind,

Schläft so lange, bis zum Mahle

Früchte abgefallen sind.

 

Einer hängt der schweren Äste

Fast herab auf sein Gesicht,

Beut ihm still der Früchte beste,

Doch sie pflücken mag es nicht.

 

Flink vom fernen Bergesgipfel

Eilt der Mittagswind daher,

Schüttelt leise, und vom Wipfel

Fällt es, gelb, wie Gold, und schwer.

 

Daß das Bübchen, nun die Spende

Aus dem Grase winkt, erwacht,

Setzt auf eine seiner Hände

Sich die kleinste Mücke sacht.


Das Gedicht "Unterm Baum" stammt von (* 1813-03-18, † 1863-12-13).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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