"Du zählst die Stimmen: wäge sie, willst du nicht

Des Ruhms dich töricht freuen, der dir erschallt."

Sehr mühsam ist die Wägung! "Nun so

Zähle zugleich denn die Widerhalle."

 

Der Blick ermüdet, der auf die Waage schaut.

Wie säumts! wie viel der lastenden Zeit entschleicht,

Bevor im Gleichgewicht die Schalen

Schweben, und endlich der Weiser ausruht!

 

Und tönt der Nachhall etwa Unliebliches,

Wenn er in ferner Grotte Musik beginnt,

Und seine Melodie sich immer

Sanfter dem Ohre verlieret? "Zähle!"


Das Gedicht "Die Waage" stammt von   (1724 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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