Du wurdest ja so ernst, da sie die Leiche
Vorübertrugen;
Fürchtest du den Tod? "Ihn nicht!"
Was fürchtest du denn? "Das Sterben!"
Ich selbst dieses nicht. "Du fürchtest also nichts?"
Weh mir, ich fürcht′, ich fürchte. "Beym Himmel! was?"
Den Abschied von den Freunden!
Und meinen nicht nur, ihren Abschied auch!
Das war′s, dass ich noch ernster als du;
Und tiefer in der Seel′ es wurde,
Da sie die Leiche
Vorübertrugen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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