Graun der Mitternacht schliefst mich nicht ein,
Ihr Verstummen nicht; auch ist, in dem Namen der heiligen,
Freyheit, jüngst kein Mord geschehn; dennoch ist mir
Ernst die ganze Seele.
Liebliches Wehn unsäuselt mich;
Wenig ist nur des Laubes, das fiel, noch blühn der Blumen;
Dem Herbste gelingt Nachbildung des Sommers:
Aber meine ganze Seel′ ist ernst!
Ach mich reisst die Erinnerung fort, ich kann nicht widerstehn!
Muss hinschauen nach Grabstäten, muss bluten lassen
Die tiefe Wund′, aussprechen der Webmuth Wort:
Todte freunde, seyd gegrüsst!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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