Wie erhebt sich das Herz, wenn es dich,

Unendlicher, denkt! wie sinkt es,

Wenns auf sich herunterschaut!

Elend schauts wehklagend dann, und Nacht und Tod!

 

Allein du rufst mich aus meiner Nacht, der im Elend,

der im Tod hilft!

Dann denk ich es ganz, daß du ewig mich schufst,

Herrlicher! den kein Preis, unten am Grab′, oben am

Thron,

Herr, Herr, Gott! den dankend entflammt kein Jubel

genug besingt.

 

Weht, Bäume des Lebens, ins Harfengetön!

Rausche mit ihnen ins Harfengetön, kristallner Strom!

Ihr lispelt, und rauscht, und, Harfen, ihr tönt

Nie es ganz! Gott ist es, den ihr preist!

 

Donnert, Welten, in feierlichem Gang, in der

Posaunen Chor!

Du Orion, Waage, du auch!

Tönt all, ihr Sonnen auf der Straße voll Glanz,

In der Posaunen Chor!

 

Ihr Welten, donnert

Und du, der Posaunen Chor, hallest

Nie es ganz, Gott; nie es ganz, Gott,

Gott, Gott ist es, den ihr preist!


Das Gedicht "Dem Unendlichen" stammt von   (1724 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte