Der Weltraum fernt mich weit von dir,

So fernt mich nicht die Zeit.

Wer überlebt das siebzigste

Schon hat, ist nah bei dir.

 

Lang sah ich, Meta, schon dein Grab,

Und seine Linde wehn;

Die Linde wehet einst auch mir,

Streut ihr Blum′ auch mir,

 

Nicht mir! Das ist mein Schatten nur,

Worauf die Blüte sinkt;

So wie es nur dein Schatten war,

Worauf sie oft schon sank.

 

Dann kenn′ ich auch die höhre Welt,

In der du lange warst;

Dann sehn wir froh die Linde wehn,

Die unsre Gräber kühlt.

 

Dann ... Aber ach ich weiß ja nicht,

Was du schon lange weißt;

Nur daß es, hell von Ahndungen,

Mir um die Seele schwebt!

 

Mit wonnevollen Hoffnungen

Die Abendröte kommt:

Mit frohem, tiefen Vorgefühl,

Die Sonnen auferstehn!


Das Gedicht "Das Wiedersehn" stammt von   (1724 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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