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Mailied


Feier der Lebenden und der Todten

 

Wonne schwebet,

Lächelt überall;

Schwebt am lichtbegrünten Hügel,

Lächelt aus der Fluthen Spiegel.

Wonne schwebet,

Lächelt überall!

Liebe waltet,

Wirket überall;

In des Haines kühlem Raume,

In dem weißen Blüthenraume.

Liebe waltet,

Wirket überall!

Unschuld wallet,

Unsichtbar doch nah′!

Wallt auf hohem Buchenwipfel,

Weilt im Nestchen unterm Gipfel.

Unschuld wallet,

Unsichtbar doch nah′!

Freude tönet,

Jauchzet fern und nah′!

Auf dem dichtbeblümten Rasen

Hüpfen Kindlein, Lämmer grasen.

Freude tönet,

Jauchzet fern und nah′!

Auf! und windet

Kränze, Mägdelein!

Unschuld, Wonn′ und Liebe walten!

Seht die Blümlein sich entfalten!

Auf! und windet

Kränze, Mägdelein!

Hüpfend schwinget

Euch im Maientanz!

Horch! der Kukuk, fern am Weiher,

Ruft dem Sommer! Frühlingsfeier

Währt - ach! währet

Wie der Blüthenkranz!

Wehmut dämmert

Tief im Blumenkelch!

Seht sie in des Thaues Perlen!

Hört sie klagen unter Erlen!

Wehmut dämmert

Tief im Blumenkelch!

Töne leiser,

Sanfter Freuden Chor!

Geister schweben in den Lüften -

Geister wallen mit den Düften -

Töne leiser,

Sanfter Freuden Chor!

Frühling blühet

Auf der Todtengruft!

Nur dem Tod′ entkeimt das Leben.

Seht die Schmetterlinge schweben!

Hoffnung waltet

Ob der Todtengruft!



(* 03.06.1765, † 25.05.1835)




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