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Der beßre Lethe


Leis′ umschweben,

Hell umbeben

Uns des Abends Rosengluthen;

Still entwanken

Die Gedanken

Diesen leichtgefurchten Fluthen!

Grüne Hügel

Stehn im Spiegel

Des Gewässers eingetauchet,

Dunkle Haine

Sind vom Scheine

Goldner Wolken angehauchet.

Kleiner Nachen,

Hilf die wachen

Träume unsrer Seelen bilden!

Schon entschweben

Wir dem Leben

Zu Elysischen Gefilden!

Auf den Lethe

Blickt die Röthe

Keines Sommerabends nieder!

Uns entquelle

Deiner Welle

Der Erinnrung Schwangefieder!

Nicht vergessen,

Nur ermessen

Wollen wir der Vorzeit Stunden!

Auf! und Kränze

Aus dem Lenze

Froher Jugend still gewunden!

Auch nicht Schmerzen

Zarter Herzen

Werden in die Fluth versenket -

Sanft erfrische

Das Gemische,

Thräne, die des Freunds gedenket.

Tief hinunter

Sink′, o bunter

Tand des öden Weltgewühles!

Sorg′ und Kummer

Wieg′ in Schlummer

Das Geträum des Kinderspieles!

So entschweben

Wir dem Leben

Hin in des Vergangnen Haine!

Nichts verlohren!

Neugebohren

Steigt der Tag aus Dämmrungsscheine!



(* 03.06.1765, † 25.05.1835)




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