"Wie? wie? Zu Pferde, Herr Pastor?
Ihr laßt es wacker traben!
Doch kommt das Ding mir spanisch vor —
Verzeiht dem alten Knaben!"
Der Herr und Meister ritt ja nur
Auf einem Esel weiter!
Ihr folgt mir schön des Meisters Spur!"
Da sprach der Pfarrer heiter:
""Herr Schultheiß, schaut Euch doch nur um!
Das Ding ist nicht zum Lachen:
Im Stall kein Esel um und um —
Was soll ich Ärmster machen?
Seitdem man zu Schultheißen macht
Die Esel rings auf Erden,
Da hab′ ich still für mich gedacht:
Begnüge dich mit Pferden!""
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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