Es hat den Garten sich zum Freund gemacht,

Dann welkten es und er im Herbste sacht,

Die Sonne ging, und es und er entschlief,

Gehüllt in eine Decke weiss und tief.

 

Jetzt ist der Garten unversehns erwacht,

Die Kleine schlummert fest in ihrer Nacht. -

"Wo steckst du?" summt es dort und summt es hier.

Der ganze Garten frägt nach ihr, nach ihr.

 

Die blaue Winde klettert schlank empor

Und blickt ins Haus: "Komm hinterm Schrank hervor!

Wo birgst du dich? Du tust dirs selbst zuleid!

Was hast du für ein neues Sommerkleid?"


Das Gedicht "Das tote Kind" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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