Bösen Engeln will ich gleichen,

Fahlen Blicks mich zu dir schleichen,

Gleiten an dein Lager sacht,

Wie ein Schattenspuk der Nacht.

 

Schenken dir zu tausend Malen

Küsse kalt wie Mondesstrahlen,

Wie die Schlange schlüpfrig feucht,

Die um Gruft und Steine kreucht.

 

Kommt der bleiche Tag daher,

Ist die Stelle kalt und leer

Bis die Abendnebel brauen. –

 

Wenn es Andrer Kunst gelingt,

Dass dich Zärtlichkeit bezwingt,

Will ich Herr sein durch das Grauen.


Der Text des Gedichts "Das Gespenst" stammt von (* 1821-04-09, † 1867-08-31).




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