Erst stand im höchsten Rang das Ich,

Litt Du und Er kaum neben sich,

Und jedes Nicht-Ich schien ihm nichtig;

Das Ich macht′ alle Dinge richtig.

So schlug es manchen Purzelbaum

Im methaphysisch leeren Raum.

Nachdem es lang von sich gesprochen,

Ward ihm zuletzt der Hals gebrochen.

Der unbarmherzige Begriff

Erdroßelt′ es mit hartem Griff.

Der lehrt: was wirklich, sei vernünftig;

Das macht ihn bei Philistern zünftig. –

Wer sagt uns, welcher neue Kniff

Vom Thron wird stoßen den Begriff?


Das Gedicht "Wechsel der Dynastie in den Philosophen-Schulen" stammt von   (1767 - 1845).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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