Des Freundes Zunge sprach zu der Geliebten Lippen:

Was ist′s, das, mich zu bannen, euch bewegt?

Laßt mich nur Einmal euren Nektar nippen!

Ich bin ein Pfeil der keine Wunde schlägt.

Ich bin beredt, ich lisple Huldigungen,

Ich fleh′ um Gunst und innigen Verein;

Und das vermag ich auch allein.

Doch das Gekose schwesterlicher Zungen,

Die, insgeheim, sich liebevoll umschlungen,

Wird überschwenglicher als alle Worte sein:

Es athmet Flammen und entzückte Pein.


Das Gedicht "Die Küße" stammt von   (1767 - 1845).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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