Obschon der Jünger ungehirnte Rotte
So frech entweiht des Sängers hohes Amt,
Obschon das Volk zu schlaffem Lob′ und Spotte
Manch halbverstandnes Götterlied verdammt:
Doch schwör′ ich Huldigung dem Musengotte,
So wahr ein Funk′ in mir vom Himmel stammt.
Oft hat mir, einsam, in der Weihung Grotte
Sein wunderbares Wort den Geist entflammt.
Ich werbe nicht um Ruhm, um Lorbeerkronen;
Wer nicht um ihretwillen Phöbus Kunst
Mit Liebe pflegt, erbuhlt nicht Phöbus Gunst.
Des Dichters Werk soll seinem Schöpfer lohnen.
Sein goldner Pfeil ereilet rasch das Ziel,
Und still genügt ihm seiner That Gefühl.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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