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Die Büsumer


Die Büsumer wohnen am Meeresstrand

Und sind für kluge Leute bekannt,

Nur treiben sie die Bescheidenheit

In manchem Stücke gar zu weit.

Des einen Sonntags ihrer neun

Schwimmen sie weit in die See hinein.

Auf einmal, wie das Meer so schwankst,

Wird einem um die andern Angst,

Und zählt sie alle: Eins, zwei, drei,

Bis acht - und läßt sich aus dabei,

Denn er ist echtes Büsumer Kind,

Die immer so bescheiden sind.

Ein zweiter probierts, zählt: Eins, zwei, drei,

Bis acht - und vergißt sich auch dabei.

Da schwimmen sie alle bestürzt ans Land,

Wo eben ein kluger Fremder stand.

Dem klagten sie jammernd ihre Not

Und sagten: Von uns ist einer tot!

Und wußten nicht, welcher ertrunken sei!

Und jammern und zählen immer aufs neu,

Und finden immer nur wieder acht,

Weil jeder bescheiden an sich nicht gedacht.

Der Fremde sprach: Bescheidenheit

Führt euch, ihr guten Leute, zu weit,

Steck jeder die Nas in den Sand einmal,

Und zählt die Tupfen, so habt ihr die Zahl.

Sie folgten dem Fremden, da zählten sie - neun!

Und luden vor Freud ihn zum Frühstück ein.



(* 26.05.1799, † 03.02.1853)




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