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An den Wein


Wein! ich möchte dich bald haßen,

Ich bin deiner Allmacht feind,

Denn du willst mir meinen Freund

Immer nicht vom Becher lassen.

Du bist meiner Freuden Dieb,

Könnt ich dich doch ganz verachten.

Milon hat dich gar zu lieb,

Und mich läßt er schmachten. -

Loben wollt ich die Begier,

Wein zu trinken halbe Nächte,

Wenn mein Milon nur mit mir

Manchen Abend zechte;

Aber nun trinkt er den Wein

Mit den Männern ganz allein.

Ha ihr Männer, ha ihr Zecher,

Amor jag euch von dem Becher

Durch die Pfeile, die im Köcher

Aufgesammlet sind zur Pein

Aller Herzenbrecher.



(* 01.12.1722, † 12.10.1791)




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