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Menschliches Elende


Was sind wir Menschen doch! Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen.

Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,

Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid.

Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.

 

Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen.

Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid

Und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit

Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.

 

Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt

Und wie ein Strom verscheußt, den keine Macht aufhält,

So muß auch unser Nam, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden.

 

Was itzund Atem holt, muß mit der Luft entfliehn;

Was nach uns kommen wird, wird uns in Grab nachziehn.

Was sag ich? wir vergehn, wie Rauch von starken Winden.



(* 02.10.1616, † 16.07.1664)




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