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An einen unschuldig Leidenden


XXXIV.

 

Ein Brand-Pfall und ein Rad / Pech / Folter / Bley und Zangen /

Strick / Messer / Hacken / Beill / ein Holtzstoß und ein Schwerdt

Vnd sidend Oel / und Bley / ein Spiß / ein glüend Pferd /

Sind den’n nicht schrecklich die was schrecklich / nicht begangen.

 

Wer umb die Tugend leid’t / umb recht-thun wird gefangen

Vnd wenn es Noth sein Blutt / doch ohne Schuld gewehrt

Dem wird für kurtze Pein unendlich Preiß beschert /

Er wird den Ehren-Krantz / der nicht verwelckt erlangen.

 

Er lebt in dem er stirbt / er steigt in dem er fällt /

Er pocht was tödtlich ist und trotzt die grosse Welt /

Vnd küst die Ewigkeit die er ihm anvertrauet.

 

Hat nicht der höchste selbst sein höchstes Wunderwerck

Auff Salems Schädelberg vollbracht in höchster Stärck?

Der ist kein rechter Christ / dem für dem Creutze grauet.



(* 02.10.1616, † 16.07.1664)




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