XXXVI.

 

Ihr Lichter / die ich nicht auff Erden satt kann schauen /

Ihr Fackeln / die ihr Nacht und schwartze Wolcken trennt

Als Diamante spilt / und ohn Auffhören brennt;

Ihr Blumen / die ihr schmückt des grossen Himmels Auen:

 

Ihr Wächter / die als Gott die Welt auff-wolte-bauen;

Sein Wort die Weißheit selbst mit rechten Namen nennt

Die Gott allein recht misst / die Gott allein recht kennt.

(Wir blinden Sterblichen! was wollen wir uns trauen!)

 

Ihr Bürgen meiner Lust / wie manche schöne Nacht

Hab ich / in dem ich euch betrachtete / gewacht?

Herolden diser Zeit / wenn wird es doch geschehen

 

Daß ich / der euer nicht allhir vergessen kan /

Euch / derer Libe mir steckt Hertz und Geister an

Von andern Sorgen frey werd unter mir besehen?


Das Gedicht "An die Sternen" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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