Sei nicht böse, dass ich deine Farbe

Überall mit mir trage,

Ich trag’ sie durch jedes Gassengewinde

Und finde

In allen Augen verwundertes Glimmen

Wenn ich passiere.

 

Jeder müde Fußgänger sieht auf geblendet

Von buntem Nebel aus Regenbogen,

Der Stoff des Glücks,

Nichts weniger

Hüllt mich in farbenfrohe Falten

Aus Pfauenfedergold.

 

Vor meinen Füßen in dem staubigen, groben Pflaster

Fliegt Hitze unter dem Grau.

Meine Schritte stürzen in Ringen aus Licht,

So hell,

Als seien Myriaden Sonnen gebreitet

Über die Stadt.

 

Um mich herum sind Kirchturmglockenklingen,

Und reich verzierte Düfte

Hängen wie windvergessne Wolken

Und schirmen

Mich vor der Berührung mit der Welt.

Ich verweile perlengleich.

Du schmückst mich mit juwelenreichen Abzeichen.

Ein flammendes Nebelfeld

Zieht in mein Leben. Und doch

Legst Du

Den Schwur auf mich, unsichtbar

Versteckt zu gehen.


Das Gedicht "Entschuldigung" stammt von (* 1874-02-09, † 1925-05-12).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte