Algerius sagt Wunderding:

»Wo andre schreien, weinen,

An diesem Ort ich Freud empfing,

Im Gefängniß mir erscheinet

Das Himmelheer,

Viel Märtirer

Tagtäglich bey mir wohnen,

In Freud und Wonn,

In Gnadensonn,

Seh ich den Herren thronen.«

 

Obs Vaterland, sie fragten an,

Ob Freund und auch Verwandten,

Ob seine Kunst er lassen kann?

Er sprach zu den Gesandten:

»Vom Vaterland

Mich keiner bannt,

Es ist am Himmelsthrone,

Allda die Feind

Mir werden Freund,

In einer Musik Tone.

 

Kein Medizin, Kunst, Meisterschaft,

Mag keinem hier gelingen,

Der nicht erkennet Gottes Kraft,

In seiner Kraft kann schwingen.«

In Zorn und Grimm

Sie deuten ihm,

Sie wollten ihn verbrennen,

Algerius sagt:

»In Flammenmacht,

Werdt ihr mich erst erkennen!«


Das Gedicht "Algerius" stammt von (* 1781-01-26, † 1831-01-21).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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