Sie naht! sie naht die fürchterliche Stunde,

Die mich von dir auf ewig trennen soll!

Schon bebt das Lebewohl in meinem Munde,

Für dich das letzte, letzte Lebewohl!

 

Beraubt der Hoffnung, je dich mehr zu sehen,

Verschliess' ich schweigend meinen Gram in mich,

Und will von Gott in Zukunft nichts erflehen,

Als Starkmuth, - und Zufriedenheit für dich.

 

Kurz, aber herrlich waren unsre Freuden!

Still, aber rein genossen, schwanden sie

In ew'ge Nacht! – und nahmenlose Leiden

Erfüllen jetzt die kranke Phantasie.

 

Allein ich muss den Rath der Vorsicht ehren,

Ich habe ja mein Unglück selbst erfleht.

Wie dürft' ich kühn dawider mich empören?

Denn dies war stets mein brünstiges Gebeth:

 

"O schütze meinen Liebling, Herr! und kröne

"All seine Wünsche; glücklich sey nur Er:

"Und keine sonst, als eine Dankesthräne,

"Kommt dann in Gabrielens Auge mehr."


Das Gedicht "An Adolph auf unsere Trennung" stammt von   (1768 - 1839).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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