Nachtigallen flöten
Durch die Lenzgebüsche,
Wann die Sonne sinkt!
Nachtigallen flöten
Durch die Apfelbäume,
Wann das Morgenrot erwacht!

Weis und rote Blüten
Kleiden alle Wipfel,
Wo die Biene summt;
Grüne Kräuter duften
In den Wiesentalen,
Wo das Maienlämchen gras't!

Mädchentänze schweben
Über Blumenrasen,
Unter Flötenklang!
Seht! von Jünglingsküssen
Glüht die volle Wange.
Und der holde Rosenmund!

Lustgefühl und Wonne
Winkt die junge Freude
Sanft in jedes Herz!
Ihrem Zauberstabe
Huldigt alles Wesen,
Bis zum niederen Staubgewürm!

Ha! die süße Göttin
Schwebt an meine Seite,
Beut mir ihren Arm,
Führt mich zu den Tänzen,
Zu den Mädchenküssen
Und zum frohen Kelchgelag‘!

Ihrer Leitung fröhlich,
Will ich stets des Maien
Mich fortan erfreun!
Eh' sein linder Odem
Durch die Trauerkränze
Meines Aschenhügels weht.


Das Gedicht "Mailied" stammt von   (1761 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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